Wissen und Verantwortung

Gelsenkirchen. Wer Wissen hat, hat auch Verantwortung.

Nun, da der neue Sozialdezernent der Stadt Gelsenkirchen Ludger Wolterhoff, der ab 01.09.2016 das Amt übernimmt, auch als katholischer Theologe bekannt ist, darf ich an dieser Stelle mal auf die katholische Dogmatik zurückgreifen.

Super-Buch vom Werden und Vergehen (corruptione)

„Seit Albertus Magnus (1200 – 1280) und sein Schüler Thomas von Aquino (pdf) (1225 oder 1226 bis 1274) eine umfassende Theorie entwickelt hatten vom Vertrag zwischen dem Satan bzw. einem Dämon und einem Menschen, von einer Gegenwelt des Teufels und seiner menschlichen Verbündeten, die es zu bekämpfen gelte“, ist die Frage der menschlichen Verantwortung das Gute zu tun virulent.

In Goethes Zauberlehrling finden wir einen weiteren Vertreter von Verantwortung, der aufzeigt, was passiert, wenn jemand der Versuchung erliegt, statt sich der Verantwortung bewusst zu sein, dass

„… da ich (dem Besen), wenn er einmal Wasserträger worden ist, seine vorige Gestalt nicht wieder geben kann, so würde er uns mit seiner ungebetenen Emsigkeit das ganze Haus unter Wasser setzen“
„Besen, Besen seis gewesen“, funktioniert oft nicht mehr. Ist die Grenze einmal überschritten, kann die Verantwortung für das Geschehene meist nur noch geleugnet oder bestraft werden.

Demokratie als Entlastung für den Einzelnen

Die notwendige Entlastung für eine Verantwortung aus tieferem Wissen kommt für die Einzelnen, so Friedhelm Schneidewind (Ethik, S. 8) aus der demokratischen Kontrolle.
Schön, wenn sie funktioniert. Dann können sich die wissenden Einzelnen die Verantwortung mit den Kontrolleuren teilen, die eine notwendige Grenzziehung des verantwortbaren Tuns gemeinsam entwickeln und in Praxis umsetzen, damit Gesellschaft verantwortlich gestaltet und das Leben einzelner Kinder und Jugendlicher, sowie die Interessen der Gemeinschaft an einer funktionierenden Verwaltung geschützt werden.
Demokratisches Haus unter Wasser: Nein, danke!
Eine nicht funktionierende Demokratie bürdet den Einzelnen die Verantwortung für ihr Tun ihm Nachhinein durch Bestrafung auf. Die gesellschaftliche Funktion der Strafe ist die, dass hier ein Signal gesetzt wird, sich an die Gesetzmäßigkeiten des demokratischen Kontrollsystems zu halten, damit der gesellschaftliche Rahmen und Schutz bewahrt wird. Bleibt die Straffunktion aus, ist dem Treiben kein Einhalt geboten.
Um im Bild zu bleiben, steht das demokratische Haus – im vorliegenden Fall tatsächlich das Jugendamt vom Keller her – unter Wasser. 

 

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