WAZ-Forderung nach „Neustart“ fehlen notwendige Startbedingungen

Gelsenkirchen/Hamm/Lüneburg. Die Forderung der WAZ für einen „echten Neustart“ nach der gescheiterten Berufungsverhandlung hat einen Schönheitsfehler. Es fehlen die dazu erforderlichen Startbedingungen.

Wie da wären, im Vorhinein reinen Tisch zu machen (tabula rasa), und damit einer neuen Jugendamtsleitung eine echte Chance zu geben. Aber so? Ist der Status Quo, der, dass die neue Jugendamtsleiterin leider wieder abgesprungen ist. Die bereits vom Rat ernannte neue Jugendamtsleiterin Pia Steinrücke hat ihren Job nach Ernennung vor ihrem eigentlichen Dienstantritt aus unerfindlichen Gründen gar nicht angefangen. Sie hat die Ernennung in den Wind geschrieben und hingeschmissen. Bei der LZ klingt das so: „Bildungsdezernentin Pia Steinrücke sorgt in kurzer Zeit erneut für eine Überraschung“.

Ohne reinen Tisch kein Neustart

Über die Gründe lässt sich trefflich spekulieren. Naheliegend dürfte sein, dass Pia Steinrücke nach ersten tieferen Einblicken in ihre Arbeit erschrocken ist über die Zustände; und damit meine ich auch die mit Wasserschaden verschütt gegangenen Akten im Jugendamt, die für eine weitere Aufklärung vielleicht hilfreich gewesen wären.

Oder den Umgang von OB/Verwaltung und Politik mit den Aufklärungsanträgen im Aufklärungsausschuss (AFJH). Die Anträge auf Akteneinsicht der Aussschussmitglieder je nach Fraktions-, Gruppen- oder Einzelmandatsträgerstatus rechtlich zu gewichten, dürfte sicher ein zusätzliches Pfund auf der Waagschale der Entscheidungsfindung von Pia Steinrücke gewesen sein. Über den bestehenden Konflikt konnte sie ja grundsätzlich, wie jeder andere auch, auf diesem Blog nachlesen. Angesichts der Ausschussrechte nach § 55 Abs. 3 GO NRW, die bereits im Vorfeld der Errichtung des Ausschusses von den politischen Entscheidern der SPD-Mehrheitsfraktion abgelehnt wurden, und der bis heute schwelt, ist genügend aktuelles Konfliktpotential für die Zukunft vorhanden, die einen Neustart für eine Jugendamtsleiterin schwer behindert und ihre Arbeit in Zukunft mit Altlasten beschwert.

Weitere Details werden im Herbst ans Tageslicht gelangen, wenn die Klage eines Mitarbeiters des Jugendamts auf dem Richterpult beim Landgericht Essen liegt.

Einen Neustart kann man sich unter diesen Umständen nicht vorstellen. Möglich, dass Frau Ansahl in ihrem WAZ-Bericht etwas anderes meinte: Weitermachen wie bisher! Das wäre nachvollziehbar!

Aufklärungsausschuss zu, und so tun als wär nichts gewesen, reicht allerdings nicht. Tabula rasa, reinen Tisch machen, wäre schon eine wichtige Voraussetzung für einen Neustart, wenn er auch noch „echt“ sein soll, wie Inge Ansahl in der WAZ schreibt. Dazu braucht es unter den gegebenen Umständen schon eine Menge märchenhafter Fantasie, um sich derartiges vorstellen zu können.

 

 

 

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s