Neues vom Jugendamtskandal aus dem Ausschuss

Gelsenkirchen. Bevor wieder jemand aus der Runde des Ratsaals heraus behauptet, es hätte nichts Neues gegeben, will ich meinen ersten Bericht von gestern um zwei Punkte erweitern, die ich für neu erachte. Diese Punkte machen sich an Aussagen von zwei Personen fest. Dr. Beck (Stadtdirektor) und Wolfgang Schreck (kommissarischer Jugendamtsleiter).

Ausgangspunkt ist die Frage von Peter Tertocha (GRÜNE): „Warum ruft man nicht vom Jugendamt aus in einer anderen Einrichtung an, die zum damaligen Zeitpunkt, soweit mir bekannt ist, unterbelegt waren?

Frau Ossowski (SPD) schließt daran ihre Frage an: „Was hat Dr. Beck von dieser Praxis im Jugendamt gewußt.“

Dr. Beck und die Rechtsstellung des Leiters

Dr. Beck erklärte an einer Stelle, der Leiter des Jugendamtes habe durch das Sozialgesetzbuch VIII eine eigene Rechtsstellung. Daher hätte er nur beschränkte Befugnisse in seine Arbeit einzugreifen. „Verwaltungsabläufe im Jugendamt sind nicht meine Aufgabe.“ „Wenn hingegen ein bestimmtes Heim nicht belegt wurde, habe ich das besprochen.“

Im Anschluss fragt Jürgen Micheel (SPD): „Warum wurden die Kinder nicht woanders untergebracht?“ Darauf antwortet Hr. Schreck, wenn ich ihn richtig verstanden habe, dass es keine anderen Heime gab.

Hr. Schreck und die Heimsituation in GE

Zur Situation der Heime in Gelsenkirchen führt Hr. Schreck zudem aus, dass zu einem Heim – mit dem jetzt gerade wieder die Geschäftsbeziehungen aufgenommen werden – keine Vertrauensbasis bestand. Der Träger gab an, nicht mit dem Jugendamt zusammenzuarbeiten. Er habe sich nach Bochum orientiert.

Diese Situationsbeschreibung von Hr. Schreck wird von den Ausschussmitgliedern nicht weiter hinterfragt.

Es folgt eine Beschreibung von Hr. Schreck wie die Aufnahme von Kindern und Jugendlichen abläuft. Zur Notaufnahmegruppe von St. Josef in Bismarck war ein Gast im Rund des Rathauses. Darüber werde ich gesondert berichten.

Offene Fragen zur Heimsituation in GE

Die Situationsbeschreibung von Hr. Schreck zur Frage, welche Heime in Gelsenkirchen vom Jugendamt belegt wurden, wird von den Ausschussmitgliedern nicht weiter hinterfragt. Ich frage mich schon, gerade weil ich die Erklärung nicht vollumfänglich richtig verstanden habe und an folgenden Stellen nicht nachvollziehen kann:

  1. Wieso sind die Geschäftsbeziehungen nach Weggang von Hr. Wissmann wieder aufgenommen worden?
  2. Von wem ging es aus, dass es damals keine Geschäftsbeziehungen mehr gab, als Hr. Wissmann Jugendamtsleiter war?
  3. Was hat sich jetzt – beim Träger und/oder beim Jugendamt geändert – dass man wieder zusammenarbeitet?
  4. Warum gab es ansonsten keine anderen Heime in Gelsenkirchen, wo Kinder und Jugendliche von Seiten des Jugendamts untergebracht wurden?
  5. Wie oft kam es vor, dass Dr. Beck davon erfuhr, dass ein bestimmtes Heim nicht belegt wurde? Welches Heim? Welches Jahr?
  6. Welchen Inhalt hatte das Gespräch von Dr. Beck mit der Jugendamtsleitung, als er erfuhr, wenn ein bestimmtes Heim nicht belegt wurde? Waren der Jugendamtsleiter und sein Stellvertreter an diesen Gesprächen beteiligt?

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