Propst Paas im AFJH und die K&D GmbH

Propst Paas

Gelsenkirchen/Essen. Mit der Einladung von Propst Paas als Aufsichtsratsvorsitzender der St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH erhofft sich der Ausschuss weitere Aufklärung in Bezug auf die Geschäftsführung des St. Josef Heims.

Ob dieser Gast letztlich die Aufklärung bringen kann, die sich die Ausschussmitglieder erhoffen, ist nicht ganz zweifelsfrei.

So kompliziert es klingen mag. Aber eine gewisse Oberaufsicht, das macht der Geschäftsbericht von 2013, S. 36 – dig. S. 20 –  deutlich, liegt beim Bistum in Essen.

In dem Geschäftsbericht von St. Augustinus wird die Situation der Geschäftstätigkeit unter der Aufsicht des Bistums so beschrieben, dass die Geschäftsführung der St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH in ihren Entscheidungen offenbar nicht frei ist:

“In diesem Zusammenhang muss auf die Bestrebungen seitens des Bistums Essen hingewiesen werden…Auch kann nicht ausgeschlossen werden, dass eine derartige Schwächung der größten Gesellschaft unter dem Dach der St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH gravierende Folgen für die anderen Einrichtungen nach sich zieht – bis hin zur Zerschlagung unseres für die Versorgung der Stadt Gelsenkirchen unverzichtbaren Konzerns.”

Die Brüder Kosmas und Damian wirkten der Überlieferung zufolge als Ärzte im Sohn-Gottes-Hospital in Syrien

Das Bistum agiert, so haben meine heutigen Recherchen ergeben, über eine im Jahr 2011 eigens zum Zweck der Unternehmenskonsolidierung eingerichteten K&D GmbH. Das Bistum war bei der Gründung an der K&D GmbH zusammen mit der St. Elisabeth GmbH als zweiter Gesellschafter beteiligt. Aktuell wird das Bistum mit 100 % als Alleingesellschafter ausgewiesen.

Aufgabe der K&D ist:

„Aufgabe der Kosmas und Damian GmbH ist es, die katholischen Gesundheits- und Sozialeinrichtungen zu unterstützen und in eine gute Zukunft zu führen. Dabei liegt ihr Hauptaugenmerk auf den katholischen Krankenhäusern im Bistum Essen.“

Wenn Geschäftsführer Diplom-Volkswirt Peter Weingarten im Ausschuss mitteilte, er habe die Entgeltvereinbarungen auf der Basis von Überbelegungen des St. Josef Heims mit der Folge, dass die Pflegesätze mit 130,- Euro im Vergleich zu Städten in der Umgebung entsprechend günstiger ausfielen, als nicht rechtswidrig angesehen, so wird deutlich, wie stark der Druck auf der Geschäftsführung seit 1997 lastet. Wenn der Geschäftsbericht seit Bestehen der K&D diesen Druck entsprechend deutlich formuliert, in dem er sogar von einer Zerschlagung des Konzerns spricht, fragt sich, wer vorher den Druck gemacht hat, und wie viel Druck auf Hr. Weingarten von Seiten des Bistums lastete.

Dass Propst Paas diesen Druck als Aufsichtsratsvorsitzender von St. Augustinus nicht mildern konnte, dürfte auf der Hand liegen. Fraglich ist, ob er den Druck nicht in geordnete gewissenhafte Bahnen hätte bringen können, in dem Sinne, wie dies einst Bischoff Luthe für eine Konsolidierung von Kirche formuliert hatte, in dem er sagte:

„Mit Sorge erfüllte Luthe die Zukunft seines Bistums. Längst zeichnete sich ab, dass aufgrund drastisch gesunkener Kirchensteuer-Einnahmen Dienste eingeschränkt, Einrichtungen geschlossen und Stellen abgebaut werden mussten. Er wusste, dass daran kein Weg vorbeiführen wird. Um so mehr war er sich seiner großen Verantwortung bewusst. Wer, wie die Kirchen, anderen ins Gewissen redet, sagte er, muss sich selbst an den eigenen Maximen messen lassen. 1997 setzte Luthe einen flächendeckenden und alle Gemeinden einbeziehenden Kooperationsplan für das Bistum in Kraft.“

Dass Hr. Randelli, Hr. Pruin, Hr. Akyol und andere im Ausschuss das Verhalten von Geschäftsführer Weingarten im Rahmen seines planvollen geschäftsmäßigen Handelns, mit der Einkalkulierung stetiger Überbelegungen des St. Josef Heims, als gewissenlos erscheinen mag, verdeutlicht, wie wenig Bischoff Luthe in den eigenen Reihen verstanden worden ist.

Jedenfalls bin ich gespannt, wie Propst Paas über seine Erinnerungen aus der Zeit seit 1997 berichten wird, wenn er denn kommt, wovon aber alle ausgehen.

Im Übrigen erscheint es sinnvoll, jemanden von der K&D zum 02.12.2015 einzuladen, um deren Geschäftsmaximen in der Steuerung der St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH in Erfahrung zu bringen. Als Gast würde sich Hr. Markus Potthoff anbieten: Tel. 0201 – 2204-343 oder – 303.

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