Haus der Stadtgärtnerei für den KSBG – auch ein Ergebnis der strukturellen Korruption?

Gelsenkirchen. Wie genau Hr. Frings das Haus der ehemaligen Stadtgärtnerei im Bulmker Park geangelt hat, wird der Aufklärungsausschuss AFJH noch grundlich aufzuklären haben.

Dass dieser Hauskauf für den Kinderschutzbund ebenfalls Teil des Geflechts struktureller Korruption im Rahmen des Jugendamtskandals anzusehen ist, darf bis dahin zweifelsohne angenommen werden.

Auch die Tatsache, dass der Kinderschutzbund Gelsenkirchen, der Kinderschutzbund NRW und die WAZ den Umzug am 15.11.2015 in das skandalumwobene Haus als Zeichen der Erledigung des Jugendamtskandal für den Kinderschutzbund ansehen, darf zu diesem strukturellen Geflecht hinzugerechnet werden. Es ist schlechterdings geradezu ein deutlicher Hinweis auf strukturelle Korruption, wenn die Beteiligten schnell zur Tagesordnung übergehen wollen, ohne die Sachverhalte ausreichend aufgeklärt zu haben.

Korruption gilt als multikausales Phänomen. Über den Bismarckschen Reptilienfond, auch für Journalisten, bis hin zur gesellschaftlichen Anarchie Hobbes’scher Prägung enthält es eine gefährliche Zerstörungskraft.

Reptilienfond

Warum der OB dennoch in den ersten Sitzungen des Hauptausschusses weiter auf Vertrauen, statt auf Kontrolle seiner Führungskräfte in den Referaten setzt?

Die Antwort könnte einem Interview mit einer Korruptionsexpertin des Deutschen Städtetages entnommen werden:

„Politiker sind nicht nur resistent, sich selbst Korruptionsregeln zu geben und sich diesen zu unterwerfen, sie bewirken auch, dass so mancher gute Ansatz in der Verwaltung zunichte gemacht wurde. München und Frankfurt hatten die besten Korruptionsbekämpfungsstrategien. Diese haben jedoch fortwährend Korruptionsfälle zutage gefördert, so dass der Eindruck entstand, dass Frankfurt und München als einzige Städte Hochburgen der Korruption wären. Politikern, die den Anreiz haben, wieder gewählt zu werden, kann dann der Druck durch die öffentlichen Reaktionen zu stark werden, so dass sie für eine Änderung (Entschärfung) der Korruptionsstrategien plädieren.“ – „Problem bei solchen einseitigen Regelungen ist, dass ein Teil der Effizienz von Präventionskonzepten verschenkt wird, weil sich Verwaltung zu Unrecht pauschal verdächtigt fühlt.“

Quelle: Gespräch mit Birgitt Collisi (Dt. Städtetag). In: Ingo Pies u.a. –  Zur Theorie und Praxis der Korruptionsbekämpfung. S. 258 ff (260) (dig.)

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