Informationen aus dem Gerichtssaal im Fall Gresch

Gelsenkirchen/Herne. Mein erster Bericht zum heutigen Arbeitsgerichtstermin in Sachen Güteverhandlung Gresch gegen St. Augustinus Heime GmbH behandelt eine Information, die nach dem Termin ab 9:00 Uhr unter den Anwesenden die Runde machte. begruessung_gresch1

Es handelt sich hierbei um weitere Informationen, die zum gestrigen Bericht in der WAZ Herne kursieren, die Überbelegung des St. Josef Heims in Gelsenkirchen durch das Jugendamt Herne stehe in zeitlichem Zusammenhang mit einem Wechsel einer weiblichen Mitarbeiterin aus Gelsenkirchen zum Jugendamt Herne:

„Aus Kreisen des Herner Jugendamtes erhielt die WAZ Hinweise, dass die Stadt [Herne] ab etwa 2013 anders als zuvor sehr häufig Kinder und Jugendliche im St. Josef-Heim untergebracht habe. Dies soll zeitlich einher gegangen sein mit dem Wechsel einer Mitarbeiterin des Gelsenkirchener Jugendamtes in den Herner Fachbereich Kinder, Jugend und Familie. Diese Mitarbeiterin hatte enge Verbindungen zur früheren Führungsspitze des Gelsenkirchener Jugendamtes.“

Es gibt wohl nähere Hinweise zur Qualität der „Enge“ der Beziehungen. Danach handelt es sich offenbar um eine persönliche Beziehung zu Herrn Frings. Man sei sich noch nicht sicher, ob der Grad der persönlichen Beziehung noch auf einem Verwandtschaftsverhältnis beruhe, oder ob dies mittlerweile aufgehoben worden ist. Auch ein Teil des Namens dieser Person berge eine gewisse Brisanz zum Gelsenkirchener Politikgeschehen in sich. So etwas gehört natürlich vor einer Veröffentlichung gründlich recherchiert. Daher gebe ich hier nur die Gerüchte wieder und nenne keinen Namen. Das ist Sache der WAZ Herne.

Mehr als diese umrankenden Gerüchte zu dem Sachverhalt, dass die Stadt Herne vermehrt Belegungen im Kinderheim St. Josef Gelsenkirchen vorgenommen hat, ist die Tatsache, dass der Arbeitsgerichtstermin in Sachen Anja Gresch von manch anderer Kuriosität begleitet wurde. Eine dieser Kuriositäten gründet sich darin, dass der Prozessvertreter von Frau Gresch mehrfach auf diese Überbelegungen Bezug nahm, auch nachdem die Beklagte und die Richterin deutlich gemacht hatten, dass die Überbelegungen des St. Josef Kinderheims nicht Gegenstand der Kündigung sind.

Versteht man Arbeitsrecht unter dem grundgesetzlichen Prinzip der Waffengleichheit, dürften aber gerade diese Überbelegungen ein Aspekt sein, den die Klägerin sicherlich gern als Beweis für ihre Verlässlichkeit und ihre Treupflicht dem Arbeitgeber gegenüber ins Feld führen möchte. Insofern ist der Einwand ihres Anwalts gut und richtig, und man kann verstehen, wenn er einwirft, das Gericht dürfe das klägerische Vorbringen zu den Überbelegungen durchaus zur Kenntnis nehmen und sich dann überlegen, wie es diese juristisch bewerten  möchte.

Meiner Meinung nach ist Frau Gresch insofern anwaltlich gut vertreten. Und der Kammertermin im Oktober darf mit Spannung erwartet werden, wenn es denn dazu kommt. Gerüchten zufolge dürfte, aufgrund des Themas Überbelegungen aufseiten der Beklagten St. Augustinus Heime GmbH, durchaus eine hohe Bereitschaft erhalten bleiben, die Sache im Vergleichswege zu beenden. Diese Bereitschaft könnte nach einem Fernsehbeitrag im WDR heute abend – Lokalzeit 19.30 Uhr – massiv zunehmen.

Der öffentlichen Aufklärung wäre das jedoch nicht dienlich. Insofern wünschen wir uns alle, dass die Verantwortlichen der St. Augustinus Heime GmbH, wie bisher hart bleiben, und die ganze Wucht des Rechts gegen die Klägerin richten, die in ihren Verfehlungen sicher über das Maß des rechtlich Zulässigen hinaus agiert haben wird. Die Beklagte wird zu beweisen haben, ob das für eine außerordentliche Kündigung reicht.

Die üblichen Termine wurden mit dem üblichen Einwand, in besagter Zeit im Urlaub zu sein, verschoben. Zeitgewinnen ist das A und O im Arbeitsgerichtsprozess. Auf beiden Seiten. Diesmal machte die Klägerin davon Gebrauch.

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