Korruption lebt von „Unwissenheit“, Vertrauen und fehlender Kontrolle

Gelsenkirchen. Beim Kinderschutzbund Gelsenkirchen e.V. wird deutlich, worauf das System Korruption basiert. Auf Vertrauen, fehlender Kontrolle und gespielter Unwissenheit.

Die WAZ berichtet über die „Analyse“ des Kinderschutzbundes Gelsenkirchen. Das neue Motto des Kinderschutzbundes Gelsenkirchen „ich war nicht in Ungarn“, zum neuen Anfang – ohne die Korruptionsverflechtung gründlich öffentlich aufgearbeitet zu haben – sollte doch besser lauten: „ich habe von nichts gewußt“. Wie übrigens auch bei der Stadt Gelsenkirchen niemand von etwas gewußt hat. Das waren alles korrupte Einzeltäter, die ganz allein die Verantwortung tragen und niemand sonst. Alle anderen sind unschuldig. Nichts gemacht und nichts getan. Nichts dabei gedacht. War halt so. Kommt nicht wieder vor! Warum man eine rote Schrift gewählt hat. Vielleicht ist das die einzig wahre Mitteilung – aus dem Unbewußten. Roter Filz halt, oder was sagt die Tiefenpsychologie sonst dazu?

Die Sprache der Chiffren

Die Tiefenpsychologie bezeichnet das Phänomen so, dass es „zwi­schen der Spra­che und dem Un­be­wuss­ten eine struk­tu­relle Ho­mo­lo­gie gibt.  In bei­den Wirk­lich­keits­be­rei­chen – in der Spra­che und im Un­be­wuss­ten – kommt ein und die­selbe Funk­tion zum Aus­druck, die sym­bo­li­sche Funk­tion; diese Funk­tion rea­li­siert sich in in Struk­tur­ge­set­zen, die bei­den Be­rei­che ge­mein­sam sind.“

Die harten Fakten der Kriminalwissenschaft

„Korruption ist ein klassisches Kontrolldelikt“, schreibt Kriminalhauptkommissar Ingo Sorgatz in der Fachzeitschrift „Der öffentliche Dienst“ in der Ausgabe 5/2015, S. 124.

„Das bedeutet“, so Sorgatz weiter, „dass dort, wo genauer >hingesehen<, also konsequent kontrolliert wird, auch verstärkt Fälle aufgedeckt werden.“

Vielleicht lässt sich von daher die Aussage von Oberbürgermeister Frank Baranowski leichter verstehen, wenn er sagt, dass ihm, gegenüber seinen Referatsleitern, das Vertrauen durchaus ausreicht. Das ist und bleibt die Basis für die Zusammenarbeit mit ihnen.

Vertrauen ist gut, Kontrolle…?

Mit dieser Aussage, Vertrauen würde reichen, unternimmt der OB nicht einmal den Versuch des in Fachkreisen so genannten „window-dressing“, bei dem Richtlinien zwar offiziell verkündet, de facto aber negiert werden.“

Und so bleibt auch beim Kinderschutzbund Gelsenkirchen die qualitative Ausprägung der Verwaltungskontrolle und die Ernsthaftigkeit der Anti-Korruptionsprogrammatik mit der T-Shirt-Aktion im Plakativen stecken. Hier wird die Oberflächlichkeit als Programm zur Schau gestellt. Das begünstigt neue Korruptionshandlungen. Entgegen allen wissenschaftlichen Bestätigungen des „Lüchow-Dannenberg-Effekts“ und damit nachweislicher Erfolge explizit geäußerter Nicht-Toleranz von Korruption, lässt sich zur Verharmlosung in der Bekämpfung hinreichend entgegnen, dass sich das Idealergebnis der Prävention von Korruption hierduch nicht erreichen lässt. Ingo Sorgatz legt klipp und klar offen, dass vielmehr entscheidende Faktoren, wie Schulung der Mitarbeiter, stricktes Ablehnen und konsequentes Aufdecken effektives Präventionshandeln darstellt.

Davon kann ich bisher in Gelsenkirchen, weder bei der Stadt noch beim Kinderschutzbund, etwas im Ansatz von der Art erkennen, was diese Ernsthaftigkeit und Qualität hätte.

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