Presseschau zum „Tigerenten-Ausschuss“ – Wohin geht die Reise?

Gelsenkirchen. Nachdem ich mich gestern mehrfach übergeben habe, um „das Grauen des Langen Donnerstag“ überhaupt verarbeiten zu können, gibt es heute morgen eine nüchterne Presseschau.

Die Medienübersicht zum gestern eingerichteten Ausschuss zeigt zwei Tendenzen. Die einen sprechen von Untersuchungsausschuss. Die anderen machen deutlich, dass es sich lediglich um eine Kaffeerunde handelt, zu der man sich ins Gelsenkirchener Rathaus gerne Gäste einladen kann. Die müssen aber gesellig sein. Das heißt, ob sie plaudern wollen, ist am Ende ihre Privatsache.

Privatsache, dass weiß nun seit gestern jeder, der die beiden Sitzungen im Rathaus aufmerksam verfolgte, bedeutet im Kreis der SPD: Wir haben das sagen, und bestimmen, was gesagt oder nicht gesagt wird.

Enten reden doch nicht, oder?

Wie zufällig passt dazu eine aufgeschnappte Bemerkung von städtischen Mitarbeitern, die vor der Ratssitzung um 14:30 Uhr draußen vor dem Rathaus rauchend, sich offen darüber unterhalten, wer von den geladenen Gästen sich wohl trauen würde, vor dem Ausschuss auch nur ein Wort zu sagen. „So blöd ist doch keiner!“

Zurecht ist in einem Medienbericht zu lesen, dass „Der Gelsenkirchener Ausschuss auf die Kooperation der Akteure bauen muss.“

Möglicherweise finden sich doch ein paar Desillusionierte, die vom Filz nicht profitieren konnten, die alt genug sind, ihr Leben in weiterer Abgeschiedenheit zu verbringen. Möglicherweise gibt es sie?! So wie die Frau gestern auf der Strasse. Sie hat viel zu erzählen, plaudert aus dem Stand drauf los, dass mir hören und sehen vergeht. Denn ich bin total überrascht, was sie alles weiß. Wer wie mit wem verbandelt ist, wie die Busfahrten nach Ungarn organisiert wurden. Wie das Busunternehmen plötzlich wechselte, und der neue Busunternehmer das richtige Parteibuch hat, aber seine Sache nicht gut macht. Interessant, denke ich.

Möglicherweise werden dem „Tigerenten-Ausschuss“ doch noch Zähne wachsen, weil die SPD nicht damit rechnet, dass es diese Menschen gibt, die sie verprellt hat. Die einer Einladung des Ausschusses gern nachkommen und bei einer Tasse Kaffee bereitwillig ins Plaudern kommen.

Entenfamilie auf dem Weg zur Kaffeerunde ins Rathaus? Mutieren sie auf dem Weg dorthin noch zu „Kampfenten“?

Während der Ratssitzung gingen in der Pause zwei Männer am Seitengang auf und ab. Sie unterhielten sich angeregt. Der eine hielt dem anderen Mann sein Mikro an den Mund. Was dieser wohl toll fand. Endlich hörte ihm jemand mal zu. Später erfuhr ich, wer die beiden Männer waren und worüber sie sprachen. So viel kann ich jetzt schon verraten. Es waren zwei Plaudertaschen, die ich gern demnächst beim Kaffeekränzchen im Rathaus sehen und hören würde.

Kann sein, dass mit der Zeit die Entenfamilie größer wird. Ob ihr allerdings Zähne wachsen, ist zu bezweifeln. Aber vielleicht werden im Laufe der Zeit, durch irgendeine Mutation, eine besondere Art von „Kampfenten“ aus ihnen, die helfen können, den Sumpf trocken zu legen. Weil sie das Terrain kennen, und wissen, wo man ansetzen muss.

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