Statistik der Inobhutnahme – sechsfache Zunahme

Pressemitteilung Nr. 262 vom 25.07.2014: Mit 42 100 Inobhutnahmen neuer Höchststand im Jahr 2013


WIESBADEN –  Im Jahr 2013 haben die Jugendämter in Deutschland 42 100 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen. Das waren gut 1 900 Minderjährige (+ 5 %) mehr als 2012. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, hat die Zahl der Inobhutnahmen in den letzten Jahren stetig zugenommen, gegenüber 2008 (32 300 Inobhutnahmen) stieg sie um 31 %.

Der häufigste Anlass für die Inobhutnahme eines/einer Minderjährigen war mit einem Anteil von 40 % (16 900 Kinder und Jugendliche) die Überforderung der Eltern beziehungsweise eines Elternteils.

Erneut stark zugenommen hat die Zahl der Minderjährigen, die aufgrund einer unbe-gleiteten Einreise aus dem Ausland in Obhut genommen wurden. Insgesamt kamen 2013 rund 6 600 Kinder und Jugendliche ohne Begleitung einer sorgeberechtigten Person über die Grenze nach Deutschland, sechsmal mehr als im Jahr 2008 (1 100 Minderjährige). Rund 5 900 dieser jungen Menschen (89 %) waren männlich, dagegen reisten nur etwa 700 Mädchen unbegleitet nach Deutschland ein. Knapp 4 600 (69 %) der Minderjährigen waren 16 oder 17 Jahre alt.

Eine Inobhutnahme ist eine kurzfristige Maßnahme der Jugendämter zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, die sich in einer akuten, sie gefährdenden Situation befinden. Jugendämter nehmen Minderjährige auf deren eigenen Wunsch oder auf Grund von Hinweisen Anderer – beispielsweise der Polizei oder von Erzieherinnen und Erziehern – in Obhut und bringen sie in einer geeigneten Einrichtung unter, zum Beispiel in einem Heim.

Weitere Informationen finden Sie im Bereich Publikationen.

Weitere Auskünfte gibt:
Dorothee von Wahl,
Telefon: +49 611 75 8167,

Mit 42 100 Inobhutnahmen neuer Höchststand im Jahr 2013 (PDF, 68 kB, Datei ist nicht barrierefrei)


 

Meine Anmerkung zu Gelsenkirchen nach meinem Gedächtnis-Protokoll im KJF-Ausschuss und Hauptausschuss: Dr. Beck erklärte am 12.05.2015 die Zunahme sei bundesweit auf die Einführung des § 8a SGB VIII zurückzuführen. Da er nicht sagte, wann das Gesetz eingeführt wurde, habe ich es recherchiert. Da Dr. Beck seine Bemerkung im Zusammenhang mit dem Überhang in St. Josef im Jahr 2013 machte, durfte man annehmen, dass das Gesetz in 2012/2013 geändert wurde. Tatsächlich wurde es zum 01.10.2005 geändert, just zu diesem Zeitpunkt als Wissmann/Frings die Neustart am 11.11.2004 ins Leben riefen und die Arbeit aufnahmen.

dejure-Portal: „Mit dem Kinder- und Jugendhilfeweiterentwicklungsgesetz (KICK) wurde § 8a in das SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe) eingefügt; am 1. Oktober 2005 ist die Regelung in Kraft getreten.“

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